In Bonn ist es richtig schön kalt bei wunderbarem Sonnenschein. Nach den kurzen hellen
Stunden ist es abends beim Lesen sehr gemütlich. Deshalb ein paar Tipps aus meiner Bibliothek: Das neue Buch von Michel Houellebecq "Karte und Gebiet" kann ich nur jedem ans Herz legen. Die Misantrophie und der Zynismus der alten Werke ist in den Hintergrund getreten, er schreibt poetisch, ironisch und einfach nur wunderschön über Kunst, Kultur, Europa und - wie der Titel ankündigt - Karten.
Genauso lesenswert fand ich "Der größere Teil der Welt" von Jennifer Egan, das in Deutschland am 3. Februar erscheinen wird. Ein Roman über Musik, über Familie und über Amerika, der am Ende in Science-Fiction mündet. Der englische Titel "A Visit from the Goon Squad" konnte einfach nicht adäquat übersetzt werden, mal sehen, wie die gut fließende Prosa den Sprung ins Deutsche verkraftet hat.
Neben den aktuellen Büchern hier noch eine absolute Empfehlung über alle Zeiten hinweg: Ich beschäftige mich gerade im Rahmen der Ausstellung "Art and Design for All- The Victoria & Albert Museum" in der Bundeskunsthalle mit dem viktorianischen Zeitalter und bin dabei auf einen Klassiker gestoßen, der mich absolut begeistert: "Tess of the d'Urbervilles" von Thomas Hardy, auf Deutsch einfach nur "Tess". Eine einzigartige Heldin in einem emotionalen Sturm gefangen, vor dem Hintergrund der englischen Klassengesellschaft...einfach ein riesiger Lesegenuss. Hier nur ein Beispiel: "She might have seen that what had bowed her head so profoundly - the thought of the world's concern at her situation - was founded on an illusion. She was not an excistence, an experience, a passion, a structure of sensations, to anybody but herself." (S. 109).
Als letzter Tipp ein Buch über eine englische Zeitung in Rom: "Die Unperfekten" von Tom Rachmann. In vielen Episoden, jeweils aus unterschiedlicher Perspektive erzählt, entsteht ein Kaleidoskop, das uns den Blick freigibt auf den Lebenszyklus einer Tageszeitung. In der ewigen Stadt entsteht, wächst und gedeiht ein internationales Blatt. Genauso faszinierend wie die sich darum rankenden Geschichten sind die Einblicke in den Journalismus...von knallharten Redakteuren über korrupte Korrespondeten bis zur Herausforderung durch blogs und das Internet. (Foto "Books" von shutterhacks auf flickr.com)
Dienstag, 17. Januar 2012
Literaturtipps Januar 2012
Sonntag, 9. Oktober 2011
post-it mal anders

Ich habe mich immer schon gefragt, wer im Zeitalter des Internets und der Smartphones noch diese schönen bunten post-it Klebezettel benutzt. Selten halten sie so, wie sie sollen und wenn man mal wirklich welche benötigt, hat man sie natürlich nicht zur Hand. Kleben sollen sie, gerne auch mal an den Rändern von Bildschirmen, in Büchern und zur Prüfungsvorbereitung in der ganzen Wohnung.
Eine französische Spiele-Software-Firma aus Paris hat jetzt ihre Kreativität im Umgang mit post-its bewiesen:
Angestellte klebten (angeblich in einer ihrer Mittagspausen) mit Hilfe verschiedener bunter post-its Figuren aus dem Videospiel „Space Invaders“ an ihre Fensterscheiben und lösten damit einen kleinen Hype aus. Denn natürlich ließen sich die Mitarbeiter des benachbarten Bürohauses nicht lumpen und bewiesen, dass auch Banker Sinn für Kreativität haben. Sie konterten mit einem Space-Invaders-Raumschiff aus bunten Zettelchen. So entstand der „post-it-War“ in Frankreich, dessen Fans inzwischen eine wirklich sehenswerte eigene Webseite eingerichtet.
Doch nicht nur französische Büroangestellte versuchen sich momentan gegenseitig mit dem einfallsreichsten post-it-Ensemble zu überbieten. Inzwischen ist der Zettelkrieg auch in Deutschland angekommen, allen voran schmücken die großen deutschen Werbeagenturen bereits ihre gläsernen Fassaden mit Mustern aus post-its.
Auch im Düsseldorfer Medienhafen ist das lustige kreative Wettrennen um die schönsten und einfallsreichsten Zettelfiguren angekommen. Doch der Kampf der kreativen Zettelkleber macht nicht im öffentlichen Raum halt, so werden inzwischen schon ganze Bäder beklebt und Zimmer dekoriert.

Wie wir finden, eine wirklich schöne und einfallsreiche Art, seine freie Zeit (im Büro) zu nutzen und seiner Kreativität freien Lauf zu lassen.
Donnerstag, 11. August 2011
Sei nonkonform!
Wir geben ja regelmäßig Kurse für Nonkonformisten...das ist unser Kurz-Name für die Doktoranden des Graduiertenkolleg „Religiöser Nonkonformismus und kulturelle Dynamik” der Universität Leipzig. Deswegen habe ich mit Interesse einen Bericht in der FAZ über Konkonformismus gelesen: Englische Psychologen haben nämlich bei ihren Versuchen herausgefunden, dass konforme Menschen weniger kooperativ sind. Laut Fleming ist das so zu verstehen: "Aber gerade Konformisten verstärken ein niedriges Niveau, denn sie orientieren sich an den weniger hilfreichen Teammitgliedern. Sie passen sich denen an, die nicht so hart arbeiten."(FAZ vom 10.08.2011, Nr. 184, S. N3). Eine spannende Studie. Ich freue mich umso mehr auf das Buch, das ich mir heute bestellt habe: "The Art of Non-Conformity: Set Your Own Rules, Live the Life You Want, and Change the World" von Chris Guillebeau, der in seinem lesenswerten blog seine Art des Anders-Sein erklärt und diskutiert. Und warum es wichtig sein kann, sich non-konform zu verhalten, dass können jetzt auch Psychologen erklären! (Foto von Robinn-GK von flickr.com)Montag, 8. August 2011
Workshop Kreativität
Seit einiger Zeit bietet zweirat einen Workshop zu einem Thema an, das uns
selbst schon lange fasziniert: Kreativität. Gemeinsam mit den motivierten Teilnehmern der Graduate School of Computer Science aus Saarbrücken haben wir einen Tag lang die neuesten Methoden erforscht, wie Ideen entstehen, gehegt und umgesetzt werden. Dabei sind nicht nur tolle Lösungen für die aktuellen Themen der Doktoranden entstanden, sondern auch kreative Lösungen für ganz andere Herausforderungen: So haben wir zum Beispiel die Idee eines biologisch abbaubaren Kabelbinders entwickelt...
Ganz aktuell habe ich noch im spannenden Buch des Psychologen Richard Wiseman "Wie Sie in 60 Sekunden Ihr Leben verändern können" gelernt, dass Kreativität vor allem durch konzentrierte Ablenkung geweckt wird. Er beruft sich dabei auf aktuelle Forschung des Niederländers Ap Dijksterhuis: also das nächste Mal, wenn Sie beim Nachdenken nicht weiterkommen, einfach ein Sudoku lösen, und die Ideen - zumindest laut der psychologischen Forschung- fließen fast wie von selbst...
Mittwoch, 8. Juni 2011
New York
eindruckend. Tolle Architektur, der Lärm von Polizeisirenen und die Ruhe des Central Parks, die Gerüche und Eindrücke, die sich in jedem Viertel ändern, sei es Chinatown, SoHo, Brooklyn oder Spanish Harlem, und natürlich die Menschen: international, verrückt, beeindruckend, freundlich.Zwei besondere Momente und architektonische Highlights möchte ich hier fotografisch festhalten: das Guggenheim, mit dem ich s
o viel und lange zu tun hatte hier in Deutschland, wo ich eine fantastische Arbeit von Hans-Peter Feldmann gesehen habe (das Preisgeld von 100.000 Dollar in einzelnen Scheinen an die Wand gehängt!)....und der High Line Park im Südosten (Chelsea - Meatpacking): Eine alte Bahnlinie, die begrünt und zum Spazieren freigegeben wurde. Mir hat der Blick auf die alten Fabrikhallen gefallen, die heute als Galerien genutzt werden. Auf dem Foto natürlich noch zentral die Flagge, die überall in den Staaten zum Inventar gehört. Bei sonnigem Wetter habe ich den Spaziergang über diesen hochgelegten Park sehr genossen. Endlich mal eine brilliante städtebauerische Idee, die auch noch brilliant umgesetzt wurde. Ich bleibe bei Frank Sinatra: "I want to be a part of it: New York, New York!"
Dienstag, 29. März 2011
The Kings's Speech
hiermit eine Empfehlung:. Normalerweise bin ich ja gerade bei Oscar-Gewinnern skeptisch: oft zu kitschig, zu überdramatisiert, zu klischee-überladen. Und auch wenn dieser Film immer wieder hart an diese Grenzen stößt, bleibt er doch vor allem eins: ein guter Film. Oft witzig, sehr emotional, tolle Farben und Einstellungen und zu guter Letzt, die Geschichte eines Coachings.Auch wenn die systemische Theorie damals noch nicht existierte, so lassen sich doch einige Positionen anhand der Sprachtherapie eines exzentrischen Australiers beim späteren König sehr gut illustrieren. Sehr schön fand ich das Schauen auf die Ressourcen des Patienten. Während alle Welt ihm immer wieder seine Defizite vor Augen und damit auf die Lippen führt, geht der Logopäde ("just call me Lionel") anders vor: er sieht die Kraft und die Stärke seines Kunden im Stottern hervorschimmern und beweist ihm das tatkräftig. Mit herrlichen Interventionen: am schönsten, wenn er sich unerlaubterweise auf den Thron in der Westminster Abbey lümmelt...außerdem macht er ihm deutlich, dass Gleichheit von Coach und Kunden unabdingbar für den Erfolg sind: schwer zu akzeptieren für "your Royal Highness"...der schlucken muss als der unkonventionelle Coach ihn einfach Bertie nennt!
Insgesamt: sehr sehenswert und ein visueller und - bei dem Thema - auch ein akustischer Genuss. Die Kunst des Sprechens vor Publikum muss auch ein König hart erlernen! (Foto von Jonathan_W über flickr.com)
Dienstag, 14. Dezember 2010
Obey! Gehorche!
Obey! Gehorche! Diesen Befehl habe ich gerade auf einer Bochumer Häuserwand gelesen (wer's selber anschauen will: Rechener Straße, Nähe Hbf). Ich habe gehorcht und sofort ein Foto gemacht, ganz
begeistert, ein Kunstwerk - offensichtlich noch recht frisch und vom Schnee unbeschadet, des berühmten Street-Artists Shepard Fairey gefunden zu haben. Er hat aus dem Gesicht des halbwegs berühmten Catchers Andre The Giant eine Schablone gemacht und mit dem provozierend-verstörenden Slogan versehen, der mir mitten im Pott ins Auge stieß. Wer ein wenig über die Geschichte von Street Art und auch dem weltweiten Siegeszug von Obey lernen möchte, dem empfehle ich den fantastischen Film von Bankys: Exit throught the Gift Shop, der zurzeit noch in einigen Kinos läuft. Genial, genial!
Auf dieser Wand steht dann auch noch Love Unites verbunden mit einer gehobenen Faust...starke Botschaft...und richtig schön. Wem der Stil bekannt vorkommt: derselbe Künstler hat auch das berühmte Obama-Poster kreiert.
Was mich aber dann richtig verstört hat: im coolen Skater-Geschäft nebenan wurden - zugegebenermaßen - recht stylige Produkte einer Marke namens "Obey" verkauft. Shepard Fairey, der Straßenkünstler, der Saboteur unserer Wahrnehmung, verdient jetzt sein Geld mit der zum Mainstream gewordenen Subkultur, aus der er geboren wurde. Er gehorchte wohl nur den Marktgesetzen...
Montag, 22. November 2010
Freedom von Jonathan Franzen
Mittwoch, 17. November 2010
Availability Bias

So argumentieren wir oft scheinbar allgemeingültige Tatsachen, nur weil sie auf Erfahrungen in unserem Bekanntenkreis beruhen. Nur weil mein Opa trotz seiner 20 Zigaretten am Tag alt wurde, glaube ich, Zigaretten wären nicht schädlich (das war ein fiktives Beispiel). Tatsächlich gibt es einen eigenen Forschungszweig, der von den Pionieren Amos Tversky und Daniel Kahneman entwickelt wurde. Hier ist ein netter Test zu unserer eigenen Engstirnigkeit in Bezug auf den Availabilty Bias...auf Englisch.
Was ist der Ausweg aus diesem Vorurteil? Vielleicht sich erstmal die Unzuverlässigkeit der eigenen mentalen Bilder eingestehen? Vielleicht auch die langweiligen Erinnerungen hervorkramen? Viel Lesen?
Oder: Mit möglichst vielen Menschen reden, denn gemeinsam wird der eigene Bias leichter ausgeglichen! Talk Talk Talk!
Foto von Tramidepain über flickr.com.
Freitag, 5. November 2010
Auf den Spuren der Berberschätze - toller Marokkofilm!
An diesem Sonntag (7.11.2010 um 21.45 Uhr) läuft bei PHOENIX ein toller Film über einen Teppich- und Schmuckhändler in Marokko: Auf den Spuren der Berberschätze, Von Marrakesch in die Wüste, von Annekarin Lammers, Korrespondentin im ARD-Studio Madrid. Hier der Pressetext: "Tausende von Kilometern legt er Jahr für Jahr zurück, kurvt von Marrakesch aus über steile Straßen hinauf in den Hohen Atlas oder fährt über holperige Pisten in die Wüste Sahara. Seit über dreißig Jahren ist der Händler Mohamed Benayha unterwegs, immer auf der Suche nach den Berberschätzen Marokkos: Den handgewebten und geknüpften Teppichen, dem alten Silberschmuck, den schönen Türen. In Marrakesch bietet er seine gefundenen Schätze dann im Souk, dem Zentrum der Stadt mit seinen engen Gassen voller Läden und Geschäfte, an. Die ARD-Korrespondentin Annekarin Lammers hat den Händler und seine Frau Fana auf ihren Einkaufstouren in abgeschiedene Orte begleitet. In Dörfer, in denen es weder fließendes Wasser, noch Strom oder Heizung gibt. Vor allem für die Frauen ist das Leben dort hart und entbehrungsreich. Alles machen sie per Hand: Brot backen, Wäsche waschen, Holz sammeln, Wolle spinnen, Teppiche knüpfen. Es ist wie ein Ausflug ins Mittelalter. Für viele Frauen ist der fahrende Händler Benayha die einzige Möglichkeit, ein bisschen Geld zu verdienen. Deshalb freuen sie sich, wenn er kommt, sind aber gleichzeitig empört, wenn er ihnen für monatelange Arbeit nur ein paar Dirham zahlen will". Der Film wird bei PHOENIX noch mal am 13.11. um 19.15 Uhr, am 14.11. um 07.30 Uhr und am 20.11. um 08.15 Uhr wiederholt.
Dienstag, 2. November 2010
Belauscht
Habe jetzt eine Seite entdeckt, die mir viel Spaß bereitet hat: belauscht.de. Dort stellen die User einfach
witzige Gespräche ein, die sie irgendwo mitgehört haben. Mir geht es ja auch super-oft so, dass ich 'was total witziges höre, leider ist es kurz darauf meist wieder vergessen. Viele der kleinen Szenen sind nicht nur richtig komisch, sondern stimmen auch sehr nachdenklich, teils über die Bildung, teils aber auch über die sozialen Verhältnisse in Deutschland. Nicht nur mein Liebling (auf der Bestenliste Nr. 1) ist diese Szene aus dem Zoo in Wuppertal:
Kind steht mit seinem Vater vor dem Elefantengehege und schaut die Babyelefanten an. Der Vater fummelt am Handy rum.
Kind: “Papa, wo ist denn der Papa von den kleinen Elefanten?”
Vater antwortet nicht.
Kind (nochmals): “Papaaa, wo ist der Papa von den kleinen Elefanten?”
Wieder keine Antwort, Vater geht weg zum Telefonieren.
Kind (schulterzuckend zu sich selbst): “Der ist bestimmt im Büro.”
(Foto von pixelroiber über flickr.com)
Montag, 18. Oktober 2010
Ein Morgen
Ein kleines Fundstück aus der Süddeutschen Zeitung vom 16. Oktober 2010, aus einem Artikel von Georg Klein namens "Heimat im Wort" (basierend auf einem Vortrag bei "fliesstext10", Ingoldstadt):
"Der Morgen ist ein altes Flächenmaß. Sein Name verweist ursprünglich auf einen Zeit-Raum. 'Morgen' bezeichnete die Ackerfläche, die ein Bauer mit einem Pferde- oder Ochsenpflug an einem Vormittag umwenden konnte. Das hing von mancherlei ab, von der Art des Bodens, von dessen Nässe oder Trockenheit, von der Kraft des Zugtieres, von der Tiefe der Pflugschare. Die Maßeinheit 'Morgen' war im jeweiligen Tun konkret, aber nicht überregional exakt."
Und etwas später:
"Ein Wort, das wäre bestenfalls, das ist im behülflichen Falle der kleinstmögliche Fleck Heimat im erschreckenden Text dieser Welt. Und mehr als der schlauste Satz, mehr als die aus solchen Sätzen klug zusammengeknüpfte Rede bekundet gelegentlich ein einzelnes Wort, dass es sich auf diesem im Großen und Ganzen recht schaurigen Planeten dennoch zu lesen und zu lauschen und zu fragen, also zu leben lohnt." (Und hier eine schöne Kritik des Textes, denn nicht alles ist so stark wie diese zwei Zitate: http://www.revierflaneur.de/2010/10/16/intermezzle-i/ ).
Freitag, 8. Oktober 2010
Präsentieren auf Konferenzen
Inhalt, Inhalt, Inhalt: die meisten Menschen, die auf einer internationalen Konferenz präsentieren dürfen (gefühlt wahrscheinlich eher: müssen), konzentrieren sich in ihrer Vorbereitung fast nur auf den Inhalt. Natürlich ist der wichtig, aber eigentlich nur ein kleiner Teil der Miete. Die Stimme, die Körpersprache, die Verständlichkeit, der Humor...um nur einige der Faktoren zu nennen, die wichtig sind, um seine Botschaften und seine Inhalte 'rüberzubringen.
Ich möchte heute auf eine informative Seite hinweisen, in der der Berkeley-Professor Jonathan Shewchuk seine Tipps für "Academic Presentations" gibt. Er spricht kaum von Inhalt, sondern vielmehr von der guten Form. Sehr schön finde ich seinen Tipp für Powerpoint: Minimize Words, Maximize Images. Wenn sich doch mehr daran halten würden. Und mein Tipp, der eigentlich so simpel ist, als Zugabe dazu: Smile! Smile! Smile!
Montag, 27. September 2010
Selbst-Motivation
die fünf Faktoren, die laut Julius Kuhl von der Uni Osnabrück zur Willenskraft (Fachausdruck: Volition) notwendig sind, vorstellen:- Aufmerksamkeitskontrolle. Besonders willensstarke Personen
fokussieren sich beharrlich auf ihr Ziel – und lassen sich nicht ablenken, bis sie es erreicht haben. - Emotionskontrolle. Frust, Traurigkeit oder Wut sind für Tatendrang
äußerst kontraproduktiv. Menschen mit hoher Volition wissen genau, wie sie solche Gefühle zähmen können. - Misserfolgsbewältigung. Rückschläge kommen vor. Es ist nur menschlich, wenn sie uns kurz aufhalten – bloß aus der Bahn werfen dürfen sie uns nicht.
- Motivationskontrolle. Irgendwann lässt das Durchhaltevermögen zwangsläufig nach – dann gilt es, sich durch selbst gesetzte Anreize weiter anzutreiben.
- Umweltkontrolle. Wer besonders willensstark ist, achtet auch auf seine Arbeitsumgebung. Dazu gehört etwa, bei Bedarf sämtliche Störquellen wie Blackberrys, Handys oder E-Mailprogramme abzuschalten.
Sonntag, 19. September 2010
Evolution von Religion
Woher kommt der menschliche Hang zur Religiösität? Haben gläubige Menschen
einen evolutionären Vorteil?
Heute möchte ich auf ein Wiki verweisen, das grundlegende Fragen zu diesem Thema zusammengestellt hat. Mein Kollege Michael Blume hat zusammen mit Studenten der Universität Jena die Grundlagen für alle zugänglich gemacht: auf wikireligiosus können Nutzer sich einlesen in eine Fachrichtung, in der in den letzten Jahren sehr kontrovers diskutiert worden ist und die ich ziemlich spannend finde. Allein das Logo (entlehnt einer Ausgabe von Gehirn und Geist (4/2009) hat mir sehr gut gefallen (s.rechts). Eine spannende Unterseite beschreibt zum Beispiel den Zusammenhang zwischen Religiösität und Kinderzahl: offensichtlich haben gläubige Menschen mehr Kinder! Einfach dort weiterlesen, aber Achtung: alles auf Englisch! Ich glaube, das ist ein evolutionärer Vorteil im Netz!


